Bericht Beschaffung Aktuell – „Die klassischen Grenzen der Digitalisierung“
Wenn Standardprozesse nicht mehr reichen
Bestellprozesse über das eigene ERP-System abzuwickeln und Beschaffungsvorgänge digital abzubilden, ist in vielen Unternehmen Standard. Teilweise bestehen zudem Schnittstellen zu Händlern oder Marktplätzen, etwa über OCI-Punchout, um externe Katalogdaten in die Prozesslandschaft einzubinden.
An Grenzen stoßen diese Systeme häufig dann, wenn benötigte Leistungen weder im eigenen Artikelstamm noch bei angebundenen Lieferpartnern verfügbar sind. In solchen Fällen landet die Bestellanforderung weiterhin im Einkauf und muss manuell bearbeitet werden.
Diese Bedarfe binden personelle Ressourcen, erzeugen zusätzlichen Aufwand und verlangsamen Abläufe im Einkauf wie auch in angrenzenden Bereichen.
Die Marbeho Solutions GmbH entwickelt seit 2014 Lösungen für Einkauf, Logistik und Supply Chain Management. Das Unternehmen bietet eine E-Procurement-Plattform zur Digitalisierung und Automatisierung von Purchase-to-Pay-Prozessen.
Um auch Bedarfe außerhalb klassischer Katalog- und Standardprozesse digital abzubilden, wurde die Plattform um eine Orchestrierungslösung erweitert. Damit sollen sich zusätzliche Lieferquellen anbinden und in bestehende Versorgungsprozesse integrieren lassen.
Durch die Anbindung externer Datenquellen können neue Beschaffungswege in die Plattform integriert werden. Anpassungen lassen sich laut Anbieter über Low-Code- und No-Code-Funktionen umsetzen. So können einzelne Module, etwa zur Artikelverwaltung oder zur ERP-Anbindung, ohne umfangreiche Programmierung erweitert werden.
Erweiterte Digitalisierung von Beschaffungsprozessen
Nach Angaben des Unternehmens können Kunden die Lösung eigenständig oder gemeinsam mit dem Anbieter an ihre Prozesse anpassen. Ziel ist es, Einführungszeiten zu verkürzen und Prozesse ohne Medienbrüche abzubilden.
Auch Einmalbedarfe, Dienstleistungen oder Investitionsgüter sollen sich digital in den Gesamtprozess integrieren lassen – von der Anforderung bis zur Zahlung. Dadurch können manuelle Schritte reduziert und wiederkehrende Vorgänge standardisiert werden.
Umgang mit unterschiedlichen Datenquellen
Neben strukturierten Katalog- und Artikeldaten können laut Anbieter auch halbstrukturierte oder unstrukturierte Informationen verarbeitet werden, etwa aus Anfragen, Angeboten oder Dokumenten.
Diese Informationen sollen anschließend über Suchfunktionen oder Auswertungen nutzbar werden. Zudem können wiederkehrende Bedarfe erkannt und Abläufe automatisiert unterstützt werden, etwa bei Freigaben oder Budgetgrenzen.
Durch einen höheren Automatisierungsgrad lassen sich manuelle Tätigkeiten entlang des Einkaufsprozesses reduzieren – von der Produktsuche über die Bestellung bis zur Rechnungsbearbeitung.
Wirtschaftlicher Nutzen
Der manuelle Aufwand im Einkauf verursacht erhebliche Prozesskosten. Besonders bei häufig wiederkehrenden Bestellungen können standardisierte und digitalisierte Abläufe dazu beitragen, Bearbeitungszeiten und administrative Kosten zu senken.
Realisiert wurde die Lösung laut Unternehmen gemeinsam mit der Agimero GmbH. Das Unternehmen entwickelt softwarebasierte Anwendungen auf Basis der Datenplattform InterSystems Iris sowie ergänzende Hardwarelösungen zur Prozessautomatisierung. Die technologische Grundlage bildet eine Orchestrierungsplattform für Lieferketten, mit der sich Schnittstellen, Datenflüsse und Workflows abbilden lassen. Implementierungspartner können darauf aufbauend branchenspezifische Anwendungen entwickeln.
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operativ. strategisch. MARBEHO.
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Sören Straube
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